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Objekt des Monats #78
01.03.2025

Objekt des Monats #78
Masquarade Festival [Originaltitel];
vonTijani Mayakiri. Januar 1981.
Als Kölnerin mit einer tiefen Verbindung zum Karneval fasziniert mich
das Werk Masquerade Festival von Tijani Mayakiri aus dem Jahr 1981 besonders. Es zeigt eine farbenfrohe, dynamische Szene eines traditionellen Maskenfestes in Nigeria, das stark an die lebendigen Feierlichkeiten erinnert, die ich aus meiner Heimatstadt kenne. Die Maskerade ist nicht nur ein Spektakel, sondern Ausdruck von Kultur, Gemeinschaft und Identität – ein Gefühl, das auch im Kölner Karneval tief verwurzelt ist.
Das Maskenfest in Mayakiris Werk ist in der Yoruba-Tradition verankert,
wo Maskenwesen zwischen den Welten vermitteln. Auch im rheinischen Karneval gibt es Figuren mit symbolischer Bedeutung, die sich über die
Zeit hinweg entwickelt haben. Während in Köln die Narrenfreiheit für einen Moment gesellschaftliche Normen aussetzt, sind die nigerianischen Masken oft spirituelle oder rituelle Figuren, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verknüpfen.
Die Darstellung von Bewegung und Rhythmus in Masquerade Festival lässt die pulsierende Energie eines solchen Festes spürbar werden. Ähnlich wie beim Rosenmontagszug oder in den Veedeln während der Karnevalstage scheint die Menge in einer Art kollektiver Ekstase aufzugehen. Musik, Tanz und Farben bestimmen die Szene und verleihen ihr eine lebendige Intensität.
Für mich ist dieses Werk eine wunderbare Erinnerung daran, dass Maskenfeste weltweit eine tiefe kulturelle Bedeutung haben. Sie bringen Menschen zusammen, geben Traditionen Raum und schaffen ein Gefühl der Zusammengehörigkeit – egal, ob in Köln oder Nigeria.
Text: Inken Bößert